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USA Südstaaten

Arkansas
OAK ALLEY Plantation

"VERGEUDE DIE ZEIT NICHT, DENN SIE IST DER GRUNDSTOFF DES LEBENS" aus VOM WINDE VERWEHT.

Dieses Zitat begleitet mich stets und auf dieser Reise im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich lese gerade das Buch über die verwöhnte Südstaatenschönheit Scarlett O´Hara. Keine Angst, es gibt an dieser Stelle keine Buchrezension, aber das Werk von Margaret Mitchell gibt mir ein paar interessante Einblicke in die bewegte Geschichte der Südstaaten. Und beflügelt meine Fantasie: Ich sehe die junge Scarlett in einem wunderschönen Kleid im Schatten der alten Eichen über die Wiese laufen und setze mich selbst in einen Schaukelstuhl auf die Veranda, schaue an mir runter auf meine Sneakers.... Vieles hat sich zum Glück geändert seit 1860, geblieben sind als Zeitzeugen der Geschichte prachtvolle Plantagenvillen und jede Menge Kultur.


Unsere Route

Fort Lauderdale - St.Augustine - Savannah - Charleston - Great Smokey Mountains - Memphis - Mississippi Natchez - New Orleans - Sarasota - Everglades - Miami


Fort Lauderdale

Fort Lauderdale Beach
Fort Lauderdale Beach

Der aufmerksame Leser stellt direkt fest > unser Ankunftsort ist nicht in den Südstaaten. Der einfache Grund hierfür liegt in den Flugpreisen. Die Flughäfen New Orleans oder Atlanta direkt anzufliegen wäre um einiges teurer. Wir verbringen die ersten 3 Tage hier. Fort Lauderdale bietet uns zunächst alles was wir brauchen um im Urlaub anzukommen: Einen schönen langen Strand  und eine sehr gute Infrastruktur. An der Promenade gibt es viele gute Restaurants und wir können unserer großen Leidenschaft dem Football frönen, das Hardrockstadium ist ganz in der Nähe. Hier könnte man es durchaus länger aushalten. Am dritten Tag geht es allerdings weiter in das größte OUTLET der Welt, praktischerweise liegt es auf dem Weg nach St.Augustine, unserem nächsten Etappenziel. An dieser Stelle der USA-Tipp schlechthin, viel Platz im Koffer lassen!!!! Es lohnt sich!

St. Augustine

St. Augustine
St. Augustine

Die älteste von Europäern besiedelte Stadt in Amerika und ein wunderschönes kleines Fleckchen Erde. Irgendwie fühlt es sich auch wie Europa an, dieses Heimatgefühl wird mich bei unserer Reise durch die Südstaaten öfter befallen. Ich merke bereits jetzt die Südstaaten sind ein bißchen anders als der Rest der USA. Ich finde meinen Altersruhesitz, ein kleines weißes Holzhaus mit Schaukelstuhl vor der Tür. Hier könnte mir die Sonne Floridas die alten Knochen wärmen, während ich schaukelnd Ice-Tea trinke. Oder einen guten Schluck Rotwein aus der St.Sebastian Winery, welche wir im Laufe des Tages besuchen. Danach machen wir einen Rundgang durch die charmante Stadt an alten Häusern & Friedhöfen vorbei. Uns werden Stadt- und Friedhofstouren angeboten. Auch das wird sich durch die Südstaatenreise ziehen wie ein roter Faden: Friedhofsbesichtungen, Voodokult und Gruseltouren. Für heute lassen wir die Toten erst einmal in Ruhe.


On The Road - Meersehn

Auf dem Weg nach Savannah zieht es uns ans Meer. Es gibt hier keine lange Küstenstraße wie wir es von der Westküste, der Route 1,  kennen. Wir fahren über Brunswick auf die kleinere St.Simons Island. Dort verbringen wir einen entspannten Tag am Wasser und genießen unseren späten Lunch, bevor es zurück aufs "Festland" geht. Wenn ihr mit dem Auto unterwegs und wie wir Strandmenschen seid, rate ich euch dringend eine der unzähligen Inseln anzufahren. Die innere Ausgeglichenheit nach einem Tag am Meer ist den kleinen Umweg in jedem Fall wert.


Savannah

"Georgia, Georgia - the whole day through"  - endlich sind wir mittendrin in den Südstaaten und Savannah hält alles was der Reiseführer verspricht. Angefangen von den Parkanlagen mit den uralten Eichen bis hin zu den traumhaft schönen Villen. Südstaatenromantik und Spanish Moos wohin das Auge blickt. Wir genießen unseren Tag in Savannah in vollen Zügen, kaufen typisch für die Region Erdnüsse in den verrücktesten Geschmacksrichtungen, schlendern den Savannah River entlang und suchen die berühmte Bank aus dem Film Forrest Gump. Letzteres gestaltet sich schwieriger als gedacht, sie ist entfernt worden, wahrscheinlich wurden zu viele Selfies mit Pralinenschachteln gemacht... Der Tag wird gekrönt mit einem Dinner im OLD PINK HOUSE. In den alten Gemäuern, erbaut um 1771, zu Abend zu essen hat für uns einen speziellen Reiz. Angeblich spuckt hier der Geist von James Habersham Jr., was unserem Dinnerglück nicht im Wege steht. Ein Besuch des Old Pink House ist jedem zu empfehlen, der wie wir gerne in einer besonderen Lokation gut essen möchte. Bitte Tisch reservieren nicht vergessen! Du kannst in Savannah auch in verschiedenen alten Villen übernachten, viele werden über Plattformen wie AIR-BnB angeboten. Ich stelle mir so eine Übernachtung wunderbar vor. Uns schrecken die Preise ab und wir weichen auf eine günstigere Alternative am Stadtrand aus.

Charleston - BOONE HALL

In Charleston halten wir uns nicht lange auf, wir machen einen Spaziergang durch die Stadt und sehen wiederum die schönsten aller Häuser. Ich bin einfach entzückt von diesen alten Villen. Wenn ihr mehr Zeit mitbringt kann man auch hier viele von innen bestaunen. Uns allerdings zieht es zur weltbekannten BOONE-HALL Plantation, angeblich wurden Teile des Films VOM WINDE VERWEHT dort gedreht. Wir verbringen auf dem wunderschönen Gelände direkt am Wasser gelegen und im Herrenhaus den ganzen restlichen Tag. Wir machen die sehr nette Führung mit und erfahren viel Informatives über das Leben der Plantagenbesitzer. Wir besichten die Sklavenquartiere und können die Aufführung über die Entstehung der Sklavenmusik miterleben. Wir sind schwer beeindruckt von der Stimmgewalt der Akteurin. Alles in allem ist die Besichtigung der Boone Hall ein Highlight auf unserem Roadtrip. Wir verlassen die Plantage äußerst nachdenklich. Wir haben viel gelernt an diesem Tag.


On the Road - Great Smoky Mountains

An dieser Stelle unseres Roadtrips stehen wir vor der Entscheidung nach Atlanta zu fahren oder durch die Great Smoky Mountains. Wir haben zu diesem Zeitpunkt Lust auf Natur pur und deswegen steuern wir nach der Boone Hall die Stadt Greenville an. Strategisch gut vor den Smokys gelegen um am nächsten Tag früh aufzubrechen. Wir sind zufrieden mit dieser Wahl, denn die Fahrt durch die Smokys ist eine tolle Abwechslung zu all den Städtchen, die wir bisher angeschaut haben. Allerdings sind die Smokys auch ein bißchen Yosemite Krabbelgruppe. Was ich damit sagen will... wer von euch im Yosemite war, ist mehr gewohnt. Wir laufen ein Stücklein des berühmt berüchtigten Appalachian Trail und wandern zum höchsten Punkt von Tennessee, den Clingmans Dome, mit wunderbarem Weitblick! Es ist fantastisch umgeben von Natur zu sein.


Memphis

Countryfans werden mich erschlagen, wir fahren ohne mit der Wimper zu zucken an Nashville vorbei. Wir müssen heute Prioritäten setzen, die Strecke bis Memphis ist sehr lang. Wir bleiben in der Stadt 2 Nächte. Diese Stadt ist der PLACE TO BE wenns um Blues, Soul und Rock´n´Roll geht.  The King himself Elvis Presley lebte in Memphis und errichtete ganz in der Nähe sein verrücktes Graceland. Memphis selbst kommt eher bescheiden daher und auch die bekannte Beale Street haut uns nicht um. Graceland hingegen fasziniert uns: Die Bühnenoutfits, die unzähligen Autos des Kings und vor allem der Einblick in sein Privathaus.... dass guter Geschmack & Geld nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen wäre damit bewiesen. Was an dieser Stelle gesagt werden muss, das ganze ist sehr preisintensiv, jeder muss selbst überlegen, ob er sein Geld für diese Einblicke ausgeben möchte. Des weiteren wird das Leben und vor allem die letzten Jahre von Elvis sehr verschönt - massentauglich - dargestellt, dies wird eingefleischten Fans sofort auffallen.

 

Ein weiteres Highlight in Memphis ist das College-Footballspiel der Memphis Tigers. Es ist soo kalt, dass wir uns im Fanshop mit warmen Sachen eindecken müssen. Aber gerade diese Kälte verleiht dem Spiel ein eigenes Flair und der Zusammenhalt der Fans ist greifbar. Ein Erlebnis welches ich nicht mehr missen möchte und ich habe seitdem eine neue Lieblingsmütze.

Wir essen in Memphis völlig untypisch für uns an beiden Abenden im selben Restaurant. Am ersten Tag zufällig reingestolpert haben wir uns schockverliebt in die Burger der kanadischen Kette Kooky Canuck, wir mussten zurückkehren!

 


On the Road - MISSISSIPPI

Von Memphis aus nehmen wir uns richtig viel Zeit auf Strecke und lassen uns gemächlich die Straßen um den Mississippi runterrollen bis Natchez. Wir fahren ein bißchen den Blues Trail lang und überqueren manchmal den Flußgiganten, der die Grenze zwischen den Bundesstaaten MISSISSIPPI und ARKANSAS darstellt und an vielen Stellen aufgrund seiner Ausmaße aussieht wie ein See. Wir fahren hier auch einige Dirt Roads um dicht ran zu kommen an den 3778 Kilometer langen Strom (Achtung das Befahren der dirt roads ist bei machen Autovermietungen nicht erlaubt). Und wir sehen in Arkansas endlich Baumwollfelder!!!! Im fernen Deutschland war ich immer fest davon ausgegangen, die müssten einen in den Südstaaten quasi anspringen - weit gefehlt, die Zeiten des weißen Golds sind längst vorbei. Außerdem besichtigen wir zwischen Natchez und New Orleans die OAK ALLEY PLANTATION, da wir einfach nicht genug bekommen von den prachtvollen Villen und der Südstaatenromantik.

NATCHEZ am MISSISSIPPI

Angekommen in der ältesten Siedlung im Bundesstaat Mississippi und direkt am gleichnamigen Fluß gelegen sind wir begeistert von der schönen alten Stadt. Für geschichtlich Interessierte ist Natchez ein wahres Kleinod und deren Architektur vergleichbar mit dem wunderschönen Charleston wurde zum Glück im Krieg nicht zerstört. Wir lassen den ereignisreichen Tag am Mississippi in einem urigen Restaurant bei einem Glas Wein und dem für die Region typischen Flatbread ausklingen. Köstlich :)


NEW ORLEANS

Was gibt es zu berichten über das schöne New Orleans in Luisiana? - Wir lesen in Reiseberichten pulsierendes Nachtleben - Der beste LIVEJAZZ - Bezaubernde französische Architektur - Mysteriöser Voodokult.... Die Liste geht endlos so weiter, wir unterschreiben das alles ungesehen. Wir sind hin und weg von NOLA!!!! Als erstes stürzen wir uns ins pulsierende Nachtleben, essen ausgezeichnet in einem kleinen französischen Restaurant, hören im FRITZLS den besten LIVE-JAZZ und fallen nach einer berauschenden Partynacht im FRENCH QUARTER todmüde ins Hotelbett. Am nächsten Tag schlendern wir gemütlich Richtung Innenstadt und erkunden das Areal rund um den JACKSONSQUARE mit Marktplatz. Von dort aus kann man eine Kutschfahrt starten oder sich auf einen Schaufelraddampfer setzen. Gesagt, getan - wir schauen uns Stadt und Umgebung vom Fluß aus an. Nach der Bootsfahrt und einem späten Lunch in den so genannten Markthallen erwischen wir geradeso die letzte Führung auf dem weltbekannten SAINT LOUIS CEMETERY. Die Friedhöfe in New Orleans sind Schauplatz unzähliger Hollywoodstreifen. Außerdem befindet sich hier das Grab der Voodopriesterin Marie Laveau über welche ich selbstredend ausschließlich gutes zu berichten habe! Der Abend gehört dem Basketballspiel der NOLA PELICANS im Smoothie King Center. Die Nacht wiederum der Bourbon Street. Der Jazz und die Atmosphäre im French Quarter haben es uns einfach angetan. Wir müssen zurückkehren in diese fantastische bunte Stadt, am Liebsten zu Mardi Gras.


On the Road - Wakulla Springs

Heute geht es zu früh los, New Orleans hat uns zu Langschläfern gemacht. Da die Strecke bis Sarasota aber eigentlich viel zu weit ist und wir keine Lust auf einen Übernachtungsstop haben, müssen wir in den sauren Apfel beißen. Ich bin froh, dass mein Mann leidenschaftlich gern Auto fährt. Wir haben sogar noch Zeit für einen kleinen Abstecher on the Road: Wakulla Springs. Der absolute Tipp in dieser Region der USA. Umgeben von idyllischer Natur liegt diese Süßwasserquelle mitten im Nirgendwo. Wir können hier live Seekühe beobachten, die es bevorzugen an Frischwasserquellen zu chillen. Unfähig ein gescheites Foto zu machen, habe ich dennoch für alle Ewigkeit die Bilder der dicken weißen Manatees vor meinem inneren Auge, wie sie in aller Seelenruhe durchs Wasser tauchen.


SARASOTA

In Sarasota, Floridas Ferienort schlechthin, verbringen wir fünf Tage am Meer. Die Stadt schmückt sich mit dem Hashtag #1Beach - Americas schönster Strand. Da kann ich als verwöhnter Strandmensch nur zustimmen, feinster Puderzuckersand, glasklares Wasser und für einen Tag am Meer die nötige Infrastruktur im Rücken. Verträumt einsam bist du hier allerdings nie, bereits morgens nutzen die Einwohner Sarasotas ihren langen Traumstrand zum Joggen oder Joga. Außerdem findet am Hauptstrandabschnitt jeden Sonntag das Spektakel DRUM CIRCLE bei Sonnenuntergang statt, an dem auch wir teilgenommen haben - ein Erlebnis für sich.

Hauptsächlich nutzen wir unsere Zeit am Siesta Key allerdings zum Entspannen und um gezielt an unserem Teint zu arbeiten. Wir essen bei Captain Curts die vermutlich beste Muschelsuppe der Welt und erleben einen der traumhaftesten Sonnenuntergänge unseres Lebens.


On the Road - EVERGLADES

Von Sarasota aus fahren wir an Fort Myers vorbei mitten in die Everglades. Wir steuern direkt ein Tourbüro an. In der Vergangenheit schon viel darüber gehört und gelesen sind wir super gespannt auf unsere eigene Airboat Tour durch das wilde Grasland & die Mangroven Floridas. Vorbuchen ist übrigens nicht nötig, sobald man in die Glades reinfährt werden einem die Touren um die Ohren gehauen. Dennoch recherieren wir ein wenig und entscheiden uns für "Captain Jacks Airboat Tours" - man möchte schließlich das Beste rausholen für sein Geld. Bei Captain Jack bekommt man das ganze Everglades Paket und man fühlt sich sehr gut aufgehoben. Die Boote sind in Schuß, die Fahrer fit und somit die Angst in einem Krokodilmaul zu verenden wie weggeblasen.

Meine Nervosität bleibt, selbst heute wenn ich die Bilder in der Sicherheit meines Zuhauses auf dem Sofa sitzend anschaue.... seht selbst:

Ein paar Everglades-Tipps zum Schluß:

Mückenspray am besten 3 x auftragen und/oder lange Hose anziehen.

Sonnenbrille nicht vergessen und Mütze im Auto lassen, denn die Fahrer geben richtig Gas!


MIAMI

Wir sind Wiederholungstäter "Miami" und bekennende Fans. All unsere Miami Hightlights an dieser Stelle zu erläutern würde den Rahmen sprengen. Wahrscheinlich müsste ich mal einen Blogbeitrag nur über diese großartige Stadt schreiben, die sich inzwischen wie ein zweites Zuhause anfühlt. Wir verbringen unsere letzten 3 Urlaubstage hier. Dafür haben wir extra ein Hotel in Miami Downtown gewählt, weil wir fernab vom Ocean Drive noch viel zum Anschauen auf der ToDo-List haben. Wirklich ans Herz legen möchte ich jedem die WYNWOOD-WALLS und Nebenstraßen: Ein Streetart-Träumchen.

An unserem letzten Abend sitzen wir am Ocean Drive, schauen den Leuten zu und lassen unsere dreiwöchige Reise Revue passieren - Die Südstaaten der USA und unser 2.Roadtrip durch dieses riesige Land. Die Südstaaten sind anders als der Rest von Amerika, aber gerade das macht sie so reizvoll. Ihre bewegte Geschichte an jeder Ecke greifbar, der europäische Einfluss nicht nur in der wunderschönen Architektur sichtbar und die Gastfreundschaft der Südstaatler warmherzig. Leider hinkt der Roadtrip durch die Südstaaten anderen USA Trips in der Beliebtheit hinterher. Wir finden das muß sich ändern. Fliegt in die Südstaaten! Es lohnt sich.